Kreislaufwirtschaft

Kreislauf­wirtschaft

Der weltweite Ressourcenverbrauch ist zu hoch. Siehe Deutschland: Voraussichtlich ab 10. Mai 2026 werden wir alle natürlichen Ressourcen verbraucht haben, die das Land innerhalb des Jahres erneuern kann. 

Die drei Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft.

Ab diesem Datum leben wir ökologisch gesehen auf Kredit. Wir übernutzen Böden, Wälder, Fischbestände und stoßen mehr CO2 aus, als die Erde aufnehmen kann. Damit ist klar: Die Wirtschaft und Gesellschaft müssen Wege finden, sorgsamer mit Ressourcen umzugehen. Zirkuläres Wirtschaften ist ein zentraler Ansatz dafür. Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist eine Schlüsselbranche für innovative Verfahren, um immer mehr Rohstoffe im Kreis zu führen.

In Zeiten neuer globaler Herausforderungen wie Rohstoffabhängigkeiten, brüchigen Lieferketten und insgesamt wirtschaftlicher Unsicherheit gewinnt die zirkuläre Wirtschaft zudem an Bedeutung. Denn sie trägt zur Ressourcen- und Versorgungssicherheit bei und hilft, die industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa zu erhalten.

Worum es geht? Die Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, Wirtschaftswachstum vom Verbrauch natürlicher Ressourcen zu entkoppeln sowie Materialien und Produkte möglichst lange zu erhalten. Sie basiert auf drei Grundprinzipien:

  • Reduce: Minimierung des Verbrauchs fossiler und endlicher Ressourcen bei der Herstellung von Produkten, in Produkten selbst und bei der Nutzung von Produkten.
  • Reuse: Maximierung der Nutzung von Wertstoffen und Produkten, bei minimalem Ressourceneinsatz, durch Mehrfachverwendung, Aufbereitung und Verlängerung des Lebenszyklus.
  • Recycling: Schließung von Wertstoffkreisläufen und Wertschöpfungsketten mit der Rückführung bzw. Rückgewinnung von Wertstoffen für den Produktionskreislauf nach dem End-of-Life und durch recycling-orientiertes Produktdesign. 

Leitfaden

Unterstützung gefällig? Hier gehts zum Chemie³-Leitfaden zum Thema Kreislaufwirtschaft.

Zum Leitfaden

Die stärkere Nutzung nachwachsender und regenerativer Ressourcen ist dabei wesentlich. Positive Effekte der Kreislaufwirtschaft: Erstens wird die Umwelt entlastet, zweitens stärkt diese Wirtschaftsform die Resilienz unseres Standorts, indem sie uns unabhängiger von Rohstofflieferungen aus dem Ausland macht. 

Deshalb haben wir schon früh einen Leitfaden zum Einstieg in die Kreislaufwirtschaft für unsere Branche entwickelt. Darauf wollen mit unserer regionalen Veranstaltungsreihe – Chemie3-Roadshow Kreislaufwirtschaft – aufbauen und das Thema weiter voranbringen.

Chancen nutzen

Durch die Umstellung der Rohstoffbasis, Entwicklung kreislauffähiger Produkte und ergänzende Dienstleistungen wie Rücknahme- und Recyclingsysteme eröffnen sich neue Geschäftschancen für Unternehmen. Allerdings: Um das Potenzial umfassend zu nutzen und nachhaltige Innovationen an den Weltmärkten erfolgreich zu vertreiben, ist vielfach eine strategische Neuausrichtung notwendig. Alle betrieblichen Funktionen sind betroffen – von Forschung und Entwicklung über Beschaffung, Logistik und Produktion bis hin zu Vertrieb, Marketing und produktbegleitenden Services. Chemie3 unterstützt die Unternehmen dabei, diesen Transformationsprozess zu meistern.

Mit dem Einstieg ins zirkuläre Wirtschaften entstehen neue Berufsbilder und damit auch neue Chancen für Qualifizierung und Beschäftigung: Studien zufolge können bis 2045 bis zu 90.000 neue Arbeitsplätze allein in Deutschland entstehen. Die EU geht europaweit sogar von bis 700.000 neuen Jobs aus.

Politik forciert die Kreislaufwirtschaft

Auf europäischer Ebene soll der EU Circular Economy Act einen einheitlichen Rahmen für die Kreislaufwirtschaft schaffen und unter anderem langlebige, reparierbare und recyclingfähige Produkte sowie funktionierende Märkte für Sekundärrohstoffe fördern. Auf nationaler Ebene zielt die Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) darauf ab, den Einsatz von Primärrohstoffen zu senken, Stoffkreisläufe zu schließen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts zu stärken.

Kontakt

Bei Fragen zum Thema Kreislaufwirtschaft können Sie sich gerne an Anne Armbruster, anne.armbruster(at)vci.de und Kathrine Link (VCI, link(at)vci.de) wenden.