
Die anhaltende Wirtschaftskrise und eine unsichere geopolitische Lage lassen den Eindruck entstehen, andere zentrale Zukunftsfragen könnten in den Hintergrund geraten. Doch Herausforderungen wie der Klimawandel oder begrenzte Ressourcen bleiben weiterhin bestehen.
Vor diesem Hintergrund hat Chemie3 zur Dialogveranstaltung „Standort unter Druck: Können wir uns die Transformation noch leisten?“ am 6. Juli 2026 nach Berlin eingeladen. Die Spitzen der Chemie3-Partner – BAVC-Präsidentin Dr. Katja Scharpwinkel, IGBCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis und VCI-Präsident Dr. Markus Steilemann – haben mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Think Tanks und NGOs darüber diskutiert, wie sich Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigungssicherung und der Weg zur Klimaneutralität miteinander verbinden lassen.
Veränderte Weltlage
Zum Auftakt machte Sicherheitsexpertin Dr. Claudia Major deutlich, wie sehr sich die geopolitische Lage in den letzten Jahren verändert hat. Alte internationale Strukturen lösen sich auf. Regeln, Abkommen und internationale Institutionen verlieren deutlich an Bedeutung oder werden ganz ignoriert. Und nicht zuletzt gehört militärische Gewalt wieder zum Alltag, auch auf dem europäischen Kontinent. In diesem Umfeld müssen die Standortprobleme in Deutschland und Europa gelöst und gleichzeitig die Transformation zur Klimaneutralität vorangetrieben werden. Wie das gelingen kann, darüber haben die Impulsgeber:innen in den beiden Diskussionsrunden und mit dem Publikum lebhaft in einer konstruktiven Atmosphäre diskutiert.
Komplexe Herausforderungen
Einig waren sich alle darin, dass die Herausforderungen komplex sind und es keine einfachen Antworten gibt. Eine systematische Betrachtung sei notwendig, um bei den Lösungen des einen Problems andere nicht zu verstärken. Unter den gegebenen Voraussetzungen – geopolitische Veränderungen und geringe Wettbewerbsfähigkeit des Standorts – sei ein Reset bei der Transformation notwendig. Beim Ringen um die richtigen Lösungen dürfe man sich nicht auf Überschriften beschränken, sondern müsse offen über die Details der konkreten Umsetzung reden.
Transformation: Stresstest und Zukunftschance
Ein konsequenter Umbau sei notwendig. An der Transformation zu Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft führe langfristig kein Weg vorbei. Voraussetzung: Der Weg dürfe nicht ins wirtschaftliche Abseits führen. Gegenwärtig sei die Transformation für die Branche ein Stresstest. Schon jetzt gingen monatlich 10.000 Industriearbeitsplätze verloren. Notwendig seien verlässliche Rahmenbedingungen mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, weniger Bürokratie und einer modernen Infrastruktur.
Gleichzeitig sei die Transformation eine echte Zukunftschance, um Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wohlstand zu sichern. Die gelebte Sozialpartnerschaft zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften sei dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dies gelte ebenso für die Qualifizierung von künftigen Fachkräften, Stichwort „Future Skills“, und für die Qualifizierung im Zuge der Verbreitung generativer KI.
Offen und zukunftsgewandt
Die Fragen der Zukunft müssten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einem konstruktiven Streit gemeinsam gestalten. Dafür bot die Chemie3-Veranstaltung einen geeigneten Rahmen. Die Impulsgeber:innen diskutierten offen und zukunftsgewandt. Es gab den Raum für ein Kernanliegen von Chemie3: Zielkonflikte aussprechen und um tragfähige Lösungen ringen. „Gäbe es Chemie3 nicht, würden wir es heute erfinden“, so das Fazit zur Dialogveranstaltung.
Die Impulsgeber:innen:
- Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
- Dr. Claudia Major, Sicherheitsexpertin, Senior Vice President, German Marshall Fund of the United States
- Christian Moser, CDU/CSU, MdB und Umweltpolitischer Sprecher der CSU im Bundestag
- Mona Neubaur, Bündnis 90/Die Grünen, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen
- Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlands und stellvertretende Vorsitzende der SPD
- Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft, WWF Deutschland

Willkommen zur Veranstaltung!

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Moderatorin Katie Gallus begrüßte zur Veranstaltung und führte souverän durch die Veranstaltung.

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Rund 160 Teilnehmende folgten der Einladung von Chemie3.

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Dr. Claudia Major Sicherheitsexpertin, Senior Vice President, German Marshall Fund of the United States erläuterte in ihrem Auftaktimpuls die Konsequenzen der veränderten geopolitischen Lage.

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In der Diskussionsrunde 1 ging es um die Frage, ob die Grüne Transformation eine Zukunftschance oder ein Standortkiller ist.

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Christian Moser, CDU/CSU, MdB und Umweltpolitischer Sprecher der CSU im Bundestag.

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Mona Neubaur, Bündnis 90/Die Grünen, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft, WWF Deutschland.

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Dr. Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) e.V., Vorstandsvorsitzender der Covestro AG.

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Die Chemie3-Spitzen (v. li. n. re.): Dr. Markus Steilemann (Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) e.V., Vorstandsvorsitzender der Covestro AG, Dr. Katja Scharpwinkel, Präsidentin des Bundesarbeitergeberverbands Chemie e.V. (BAVC), Mitglied des Vorstands der BASF SE, und Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft IGBCE.

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Fragen aus dem Publikum sind fester Bestandteil bei Dialogveranstaltungen von Chemie3.

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„Transformation ohne Arbeitsplatzverlust: Wunsch oder Wirklichkeit?“ – So lautete das Thema der Diskussionsrunde 2.

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Anke Rehlinger, SPD, Ministerpräsidentin des Saarlands.

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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Dr. Katja Scharpwinkel, Präsidentin des Bundesarbeitergeberverbands Chemie e.V. (BAVC), Mitglied des Vorstands der BASF SE.

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Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft IGBCE.
Kontakt
Bei Fragen steht Ihnen Jörg-Olaf Jansen (jansen(at)vci.de; +49 69 2556-1451) gerne zur Verfügung.
















