Schlüsselindustrie für nachhaltige Entwicklung

Die Produkte der chemisch-pharmazeutischen Industrie sind in nahezu allen Wirtschafts- und Lebensbereichen zu finden.

Dort tragen sie zu nachhaltigen Lösungen und zur Verbesserung der Lebensqualität bei, sei es mit Leichtbaumaterialien für eine nachhaltige Mobilität, mit Halbleitermaterialien und Leuchtstoffen für energiesparende Leuchtmittel, mit Kunststoffen und Solarsilizium für eine saubere Energieerzeugung, Dämmmaterialien für Gebäude oder mit Medikamenten für ein gesundes Leben. Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist deshalb eine Schlüsselindustrie für die nachhaltige Entwicklung.
Welche Bedeutung die Branche für die wirtschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit am Standort Deutschland hat, zeigen die folgenden Kennzahlen zur chemischen Industrie.

Die Chemie steht am Anfang der Wertschöpfungskette

Die Chemie ist eng mit allen anderen Branchen verknüpft. Knapp 70 Prozent ihrer Produkte gehen als Vorleistungsgüter in nachgelagerte industrielle Prozesse. Die Branche steht damit am Anfang der industriellen Fertigung in Deutschland. Die chemische Industrie trägt damit wesentlich zum Erfolg der deutschen Wirtschaft und zur Sicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen bei.

Nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau ist die chemisch-pharmazeutische Industrie 2018 mit einem Umsatz von 203 Milliarden Euro die drittgrößte Branche. In Europa entfällt ein Viertel des Chemieumsatzes auf die deutsche Chemie. Weltweit ist Deutschland die viertgrößte Chemienation hinter China, den USA und Japan.

Gute Arbeit, attraktive Vergütung

Die wirtschaftliche Stärke der Chemie spiegelt sich in einer attraktiven Vergütung der Beschäftigten wider und trägt damit zu Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland bei. Aufgrund der hohen Produktivität haben die knapp 463.000 Beschäftigten der deutschen Chemieindustrie (Stand: 2018) ein um 23 Prozent höheres Durchschnittseinkommen als Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe. Das durchschnittliche Jahresentgelt in der Chemiebranche liegt bei rund 61.000 Euro.

Langfristige Ausrichtung

Die Unternehmen der deutschen chemischen Industrie investieren jährlich mehr als sieben Milliarden Euro in ihre Produktionsanlagen. Das sind  12,5 Prozent der Investitionen des Verarbeitenden Gewerbes. Darüber hinaus geben sie jedes Jahr mehr als elf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung am Standort Deutschland aus: Nach der Automobil- und Elektroindustrie wendet die Branche damit am meisten für diesen Bereich auf.

Schonender Umgang mit der Umwelt, Energie und Ressourcen

Die Chemie wandelt Stoffe in Substanzen um. Das erfordert meistens sehr viel Energie. Die Produkte der Chemie nutzen die Abnehmerindustrien anschließend als Vorprodukte. Die Branche achtet darauf, ihre Produkte möglichst umweltverträglich herzustellen und so ihren Beitrag zur ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit zu leisten. Hier hat sie in den letzten Jahrzehnten viel erreicht, zum Beispiel:

  • ist der spezifische Energiebedarf je Produkteinheit in der Chemie zwischen 1990 bis 2017 um knapp 50 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum hat die Branche ihre Treibhausgasemissionen um 48 Prozent verringert.
  • hat sie zwischen 1995 und 2017 knapp 10 Milliarden Euro in Anlagen für den Umweltschutz investiert.
  • konnte die Chemieindustrie ihren Wasserverbrauch pro Produkteinheit nahezu konstant halten, obwohl ihre Produktion seit 1995 um 45 Prozent gestiegen ist. Rund 80 Prozent des Verbrauchs dienen zum Kühlen der Anlagen, 20 Prozent als Prozesswasser.
  • hat die Branche Anforderungsprofile für Chemikalientransporte auf Wasserwegen, im Luft-, im Schienen- sowie Straßengüter- und kombinierten Verkehr erarbeitet, deren Vorgaben detaillierter sind als die gesetzlichen.

Viele der Maßnahmen zum Umweltschutz sowie zur Anlagen-, Arbeits- und Transportsicherheit finden im Rahmen des Responsible Care-Programms statt.

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