NACHHALTIGE LIEFERKETTEN GESTALTEN – GEMEINSAME AKTIVITÄTEN DER CHEMIE

Was nachhaltiges Lieferkettenmanagement leisten kann und muss, diskutierten die Teilnehmer dieses Workshops.

Dass ein professionelles Lieferkettenmanagement ein zentraler Hebel für nachhaltiges Wirtschaften sei, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Doch hätten Käufer und Lieferant nicht immer ein gemeinsames Verständnis darüber, was „nachhaltig“ sei, so Thomas Udesen von der Bayer HealthCare AG. Wichtig sei es daher, den Zulieferern die Anforderungen mit eindeutigen Beschreibungen verständlich zu machen. Regulierungen könnten helfen, Nachhaltigkeit in den Lieferbeziehungen zu verankern. Die Gefahr sei aber groß, dass nicht beabsichtigte Effekte entstehen und Unternehmen sich aus einzelnen Regionen zurückziehen, ohne dass sich die Lage vor Ort verbessert.

Als Beispiel nannte Malte Hauschild von der Nationalen Kontaktstelle für die OECD-Leitsätze im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die amerikanische Gesetzgebung zu Konfliktmineralien aus dem Kongo. Trotz Verbots, Rohstoffe von dort zu beziehen, sei eine Besserung der Lage im Konfliktgebiet bisher nicht erreicht worden. Wichtiger sei es, freiwillige und flexible Lösungen zu finden, um auf einem partnerschaftlichen Weg Ziele zu erreichen.

Die größten Hebel für mehr Nachhaltigkeit beim Rohstoffeinkauf sind laut Franziska Killiches von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe die Hüttenwerke und Rohstoffbörsen: Diese seien neuralgische Punkte für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung. Mit gemeinsamen Konzepten und Initiativen, die diese Punkte gezielt in den Blick nehmen, könne es gelingen, den Rohstoffeinkauf nachhaltig zu gestalten.

Romina Laumann von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit betonte, dass ein gutes Zusammenspiel von staatlicher Entwicklungshilfe und Unternehmen nachhaltiges Wirtschaften am Standort des Zulieferers fördern könne. Unternehmen hätten damit eine wichtige Rolle bei der Entwicklungspolitik.